Was bleibt ist der Stolz

Was bleibt ist der Stolz

Hollenbachs A-Junioren begeistern beim 17. ebm-papst Hallenmasters mit tollem Fußball und großem Teamgeist

Die Hollenbacher A-Junioren waren als großer Underdog in das 17. ebm-papst Hallenmasters am 05.01.2019 gestartet. Am Ende wurden die Hohenloher unter tosendem Applaus und Standing Ovations aus dem Turnier verabschiedet, denn sie zeigten im Turnierverlauf nicht nur tollen Fußball, sondern präsentierten auch großen Teamspirit.

Da der zweite regionale Qualifikant aus Ansbach nicht rechtzeitig in Mulfingen eintraf, eröffnete der FSV das hochkarätig besetzte Turnier gegen Bundesligist Fortuna Düsseldorf. In einem temporeichen Spiel sahen die Zuschauer zahlreiche Chancen auf beiden Seiten, wobei der Lokalmatador aus Hollenbach das bessere Ende für sich hatte. Benjamin Utz vollendete nach einem Lattenschuss souverän zur 1:0 Führung für den FSV und erhöhte wenig später auf das vermeintliche 2:0, was aber aufgrund eines Stürmerfouls aberkannt wurde. Es sollte nicht der letzte Treffer des "Jungen mit den weißen Socken", wie ihn Hallensprecher Danny Jüngling nannte, bleiben.

Im zweiten Spiel gegen den Schweizer Bundesligisten FC St. Gallen zeigte der FSV erneut eine bärenstarke Leistung und ging durch Marius Uhl bereits nach einer Minute in Führung. Die Kicker aus St. Gallen zeigten sich aber unbeeindruckt und glichen durch Armin Abaz in der 3. Minute aus, ehe Ensar Ismaili in der 7. Minute das Spiel drehte - beiden Treffern gingen vermeidbare individuelle Fehler des FSV voran. Doch auch nach diesen Rückschlägen gaben die Hohenloher nicht auf und markierten durch Doppelpacker Marius Uhl noch den Ausgleich.

Die erste Niederlage für den Hollenbacher Nachwuchs gab es dann in Spiel 3 gegen den späteren Turniersieger des FC Augsburg. Die starken Augsburger blieben gegen den aufopferungsvoll agierenden Lokalmatadoren geduldig und gewannen am Ende verdient mit 2:0 durch Tore von Alessandro di Rosa und Stefano Russo.

Im vierten Spiel gegen den Karlsruher SC wurde die Gerhard-Sturm-Halle binnen weniger Sekunden zum Hexenkessel. Als die Hollenbacher nach 5 Minuten bereits mit 2:0 durch Tore von Tim Herrn und Thomas Meier hinten lagen, hatte wohl keiner mehr auch nur einen Cent auf den FSV gesetzt. Diese demontierten die durch eine Zeitstrafe dezimierten Karlsruher aber regelrecht und knallten innerhalb von zwei Minuten 4 Tore in den Kasten der Badener. Marcel Karausch erzielte zunächst den Anschlusstreffer, ehe Benjamin Utz 40 Sekunden später den Ausgleich markierte. Nur 20 Sekunden nach Wiederanpfiff brachte FSV-Kapitän Jonas Limbach die Zuschauer dann endgültig zur Extase, als er den 2:3 Führungstreffer für den FSV erzielte. Den Schlusspunkt setzte sein Bruder Felix Limbach mit seinem viel umjubelten Treffer zum 2:4, was gleichzeitig den Endstand bedeutete. Was folgte waren Standing Ovations auf Seiten der knapp 1.000 Zuschauer und Gänsehaut bei den Akteuren des FSV.

Bereits vor dem letzten Gruppenspiel gegen den FC Ingolstadt war klar, dass der FSV ins Viertelfinale einziehen wird, es ging lediglich noch um die Platzierung in der Gruppe. Trotz der Tatsache dass die Hollenbacher Trainer die zuvor eingeteilten Blöcke nun auflösten und in einer völlig neuen Formation agierten, gingen die Rot-Blauen durch Benjamin Utz in der ersten Spielminute in Führung. In einem nun offenen Spiel nutzte Jordan Born Unstimmigkeiten in der Hollenbacher Defensive aus und glich nur wenige Minuten später für seine Schanzer. Kurz vor Schluss war es der überragende Benjamin Utz, der sein Team mit einem Doppelpack zum Sieg schoss.

So schlossen die Hollenbacher Nachwuchskicker die Gruppenphase mit sensationellen 10 Punkten auf einem tollen 2. Platz ab. Lediglich der FC St. Gallen als Sieger der Gruppe B, sowie der sc Heerenveen als Sieger der Gruppe A sammelten mit jeweils 11 Punkten mehr Zähler als die Hohenloher. „Wir haben uns als Mannschaft präsentiert. Wir haben jetzt nichts mehr zu verlieren“, sagte Trainer Thomas Kettner nach der Gruppenphase.

Im Viertelfinale kam es dann zum Lokalkrimi zwischen den Würzburger Kickers und dem FSV Hollenbach. Hierbei erwischten die Hohenloher den besseren Start und gingen bereits kurz nach Anpfiff durch Benjamin Utz in Führung, was von tosendem Applaus der inzwischen komplett gefüllten Halle begleitet wurde. Die Kickers aus Würzburg zeigten sich aber unbeeindruckt von der Atmosphäre und blieben vor dem Tor eiskalt - ihnen reichten zwei Chancen von Marlon Schad und Sander Schulze um das Spiel zu drehen, während der FSV vor dem gegnerischen Kasten zahlreiche Hochkaräter ungenutzt ließ. Die vermeintliche Vorentscheidung erzielte dann Sander Schulze in der 12. Minute mit dem 1:3 Treffer für die rot-weißen Kickers. Doch dann schlug die Stunde des Marcel Karausch: Zunächst konnte Kickers-Keeper Julian Koch einen seiner Gewaltschüsse noch parieren, ehe er das Leder eine Minute später zum Anschlusstreffer unhaltbar in den linken Winkel zimmerte. Einige Sekunden später bereitete er dann den Ausgleichstreffer von Baris Yerlikaya vor, der die Halle endgültig zum Ausrasten brachte. Kaum noch jemand hielt es auf den Sitzen und Hallensprecher Danny Jüngling heizte die Zuschauer nochmals zusätzlich an - eine Atmosphäre, die so schnell wohl niemand mehr vergessen wird. In der Folge vergaben die Hollenbacher weiter zahlreiche Chancen, bevor es wenige Sekunden vor Schluss kam wie es kommen musste. Kevin Frisorger bekam von der Hollenbacher Hintermannschaft genug Zeit sich das Spielgerät zurecht zu legen, hämmerte den Ball unhaltbar für FSV-Keeper Luis Rohn in den rechten Winkel und brachte die 1.000 Zuschauer in der Gerhard-Sturm-Halle zum Verstummen. Zwar hatte der FSV noch Zeit für einen letzten Angriff, dieser verlief aber ohne Ertrag.

Nach dem Ausscheiden waren die Rot-Blauen natürlich bitter enttäuscht, doch bereits auf dem Weg in die Kabine bekamen sie den Zuspruch und Applaus der Zuschauer, die diese fabelhafte Leistung und vor allem den großartigen Teamgeist honorierten. So wich bereits nach kurzer Zeit der Enttäuschung Stolz über das Geleistete. "Das werden wir so schnell nicht vergessen. Ein überragendes Erlebnis für alle Beteiligten. Die Jungs können wirklich stolz auf diesen Auftritt sein", meinte Co-Trainer Pascal Eißler kurz nach Spielende.

FSV-Stürmer Benjamin Utz wurde als einer der jüngsten Spieler mit 5 Treffern übrigens Zweiter in der Torjägerliste, obwohl er nur bis zum Viertelfinale auf Torejagd gehen konnte. Nur Cain Seedorf vom sc Heerenveen, der Neffe von Weltstar Clarence Seedorf, erzielte mit 6 Treffern mehr Tore als Utz.

Turniersieger wurde am Ende der FC Augsburg, der sich im Finale mit 4:3 n.E. gegen den FC St. Gallen durchsetzte. Der FCA stellte mit Felix Schäfer auch den besten Keeper und mit Selim Jungmann den besten Spieler des Turniers.

Foto: Schmerbeck



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