U19 wird um Sieg gebracht

U19 wird um Sieg gebracht

Hollenbachs A-Junioren gehen in Hofherrnweiler eigentlich als Sieger vom Platz, werden aber um ihren Lohn gebracht

Auch mit etwas Abstand ist es schwierig die Emotionen auszublenden. Was sich nämlich am Samstagnachmittag auf dem Kunstrasen in Hofherrnweiler zugetragen hat, ist schwer zu akzeptieren. Am Ende stand es 1:1 zwischen der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach und dem FSV Hollenbach - ein Ergebnis, das ohne das Schiedsrichtergespann so unter'm Strich nicht stehen würde. Doch der Reihe nach:


Es entwickelte sich schnell ein munteres Spiel bei eisigen Temperaturen, in dem beide Teams sofort Vollgas gaben. Den besseren Start erwischten die Hausherren, die die neu formierte Hollenbacher Defensive in den Anfangsminuten ein ums andere Mal vor Probleme stellten. Mit der Zeit fing sich die Hollenbacher Hintermannschaft und auch der FSV schaffte es nun, mit schnell vorgetragenen Angriffen immer wieder für Furore zu sorgen. Nach 20 Minuten gingen die Gäste dann in Führung. Jonas Limbach brachte das Spielgerät von der linken Seite frühzeitig ins Zentrum, wo Baris Yerlikaya den Ball verarbeitete und auf Felix Limbach ablegte. Dieser ließ im Dribbling 2 Verteidiger stehen und hämmerte das Leder aus rund 16 Metern an den rechten Pfosten. Von dort aus sprang der Ball an den Rücken von TSG-Keeper Simon Hägele und von dort ins Tor. Auch in der Folge verbuchte der FSV die besseren Chancen für sich, scheiterte aber immer wieder kurz vor dem Torerfolg.
Nach der Halbzeit erhöhte sich das Tempo nochmals und Hofherrnweiler versuchte mit aller Macht zum Ausgleich zu kommen. Durch den gestiegenen Druck und das Tempo kamen die Gastgeber auch zu Chancen, scheiterten aber immer wieder an der Hollenbacher Hintermannschaft oder am überragenden FSV-Keeper Justin Haun, der zwei Mal im eins gegen eins Sieger blieb und einen abgefälschten Schuss gerade noch so aus dem Winkel kratzen konnte. Wenn in dieser Phase sportlich korrekt der Ausgleich fällt, kann sich niemand beschweren - das Tor fiel dann letztendlich aber irregulär. Bei einer Hereingabe in der 83. Minute nahm TSG-Stürmer Jannik Schmidt den Ball für jeden gut ersichtlich in knapp 1,60 Metern Höhe mit der Hand an, drehte auf und schoss das Spielgerät unhaltbar in die Maschen. Als sich jeder, auch die noch nicht jubelnden Hofherrnweiler, auf den Pfiff des Referees Benjamin Schmidt aus Heilbronn eingestellt hatten, zeigte dieser plötzlich auf den Anstoßpunkt. Entsetzen machte sich auf der einen Seite breit, ungläubiger Jubel auf der anderen Seite. Schmidt weigerte sich Rücksprache mit seinem Assistenten Joscha Link zu nehmen, der das Handspiel deutlich sah und dies auch so der Hollenbacher Bank kommuniziert hatte. Die Hollenbacher brauchten etwas um sich von dieser unfassbaren Ungerechtigkeit zu erholen, schafften es aber in den letzten Minuten des Spiel ein Power-Play aufzuziehen und Hofherrnweiler in deren Hälfte einzuschnüren. In der 4. Minute der Nachspielzeit wurde ein FSV-Akteur knapp einen Meter vor dem gegnerischen Strafraum von den Beinen geholt und es gab Freistoß. Der Freistoß knallte zu TSG-Keeper Jannik Schmidt, welcher den Ball aber nicht festhalten konnte und Marcel Karausch drückte das Spielgerät zum verdienten Siegtreffer über die Linie. Während sich die Rot-Blauen in den Armen lagen und den vermeintlich gerechten Sieg bejubelten, entschied sich der Assistent Nicolas Winter nach Sekunden des Zögerns die Fahne zu heben und auf Abseits zu entscheiden. Eine Entscheidung, die nicht mit einem "schlechten Tag" oder einer "verzerrten Wahrnehmung" zu rechtfertigen ist: Es handelte sich um einen ruhenden Ball kurz vor dem Strafraum, die Mauer stand auf Höhe des Elfmeterpunkts und alle Hollenbacher starteten von der Sechzehnergrenze. Selbst die Anhänger der Heimmanschaft waren nach Abpfiff komplett ungläubig über diese kapitale Fehlentscheidung und konnten sich nicht erklären, weshalb der Assistent die Fahne hob. Zu allem Überfluss ließ sich Schiedsrichter Schmidt noch dazu hinreisen, einem protestierenden FSV-Akteur die rote Karte zu zeigen und setzte der inakzeptablen Leistung des Schiedsrichtergespanns die Krone auf.
Schade, dass ein sehr faires und tolles Fußballspiel zwischen zwei Top-Teams in den letzten 10 Minuten so zerstört wurde.

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TSG Hofherrnweiler-Unterrombach
Simon Hägele, Dennis Ulrich, Lukas Gröner, Fabrizio Lo Giudice (82. Jonas Eßwein), Samuel Schwarzer, Jonas Nietzer (69. Marco Sedlatschek), Jan Rieger, Jannis Schlosser (46. Jannik Schmidt), Elvan Beyer, Tim Krohmer (82. Nico Lutz), Patryk Rafal Stas

FSV Hollenbach
Justin Haun, Daniel Hellinger, Marcel Karausch, Jonas Limbach, Felix Limbach (74. Tim Schmitt), Baris Yerlikaya, Tizian Knab, Fabian Schuler (82. Max Kaiser), Sam Schwedl (90. Benjamin Utz), Jakob Scheppach (90. Noah Herrmanns), Marco Gräff

Tore
0:1 Simon Hägele (20. Minute / Eigentor)
1:1 Jannik Schmidt (83. Minute)

Bes. Vorkommnisse
Rote Karte / FSV Hollenbach / Reklamieren (90. + 4 Minute)

Schiedsrichter
Benjamin Schmidt (Heilbronn)

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