Neuer Trainer beim FSV Hollenbach

Mit Martin Kleinschrodt wird der ehemalige Kapitän nun Trainer des Verbandsligisten FSV Hollenbach. Für den 32-Jährigen und den Verein ist es ein Chance - aber auch ein Risiko.

Die Führungsposition ist Martin Kleinschrodt gewohnt. Viele Jahre war er Kapitän des FSV Hollenbach. Nach seiner Zeit auf dem Feld zog er an der Seite von Manager Karl-Heinz Sprügel als Sportlicher Leiter die Fäden.

Nun bekommt er seine nächste Rolle: Kleinschrodt wird Nachfolger von Trainer Marcus Wenninger. Diesen beurlaubten die Hollenbacher Mitte Juni. "Die Philosophie passt nicht mehr", lautete Sprügels Begründung. "Wir wollen uns wieder offensiver präsentieren. Vor allem in der Verbandsliga."

Eine Chance, aber auch ein Risiko

Der ehemalige Mittelfeldspieler soll für eine neue Ausrichtung der Verbandsliga-Mannschaft sorgen. Schon zu seiner Zeit als Spieler ging er gerne voran. Kleinschrodt war der Wortführer auf dem Platz, der Motivator für seine Mitspieler. Dies muss er nun an der Seitenlinie umsetzen.

"Ich freue mich natürlich darauf, obwohl ich mit einem gewissen Respekt rangehe. Das wird eine große Aufgabe, ganz klar." Es ist für beide Seiten eine Chance, birgt aber auch ein gewisses Risiko. Kleinschrodt ist ein erfahrener und verdienter Spieler, als Trainer besitzt er aber keine Erfahrung.

Er ist jung, dynamisch und er kennt den Verein

"Er erfüllt mehrere Kriterien, auf die wir großen Wert legen", sagt Sprügel. "Er ist jung, dynamisch und unwahrscheinlich ehrgeizig. Er kommt aus der Region, kennt den Verein und weiß, wie wir ticken." Das ist bei den Hollenbachern ein großer Vorteil. "Wir wollen ihn in Ruhe arbeiten lassen, ihm Zeit geben. Dann bin ich überzeugt davon, dass er es schafft, dass wir wieder attraktiven Fußball spielen. Jetzt zu sagen, dass wir aufsteigen müssen, wo wir einige Routiniers verloren und die Mannschaft nochmal verjüngt haben, wäre verrückt", sagt Sprügel. In der Verbandsliga vorne mitspielen lautet das Ziel.

Nach der Beurlaubung von Wenninger ging die Suche nach einem geeigneten Kandidaten los. "Ich wusste, dass Martin irgendwann Trainer werden wollte. Er hat sich nicht unbedingt selbst angeboten, ich habe ihn gefragt", sagt Sprügel. "Es ist vielleicht noch etwas zu früh. Aber solche Termine lassen sich ja nicht immer planen. Ich bin von ihm zu 100 Prozent überzeugt. Vielleicht wird der eine oder andere Spieler nun doch wieder mehr Gas geben. Ich denke, dass er der Mannschaft gut tun wird. Die, die nicht mitziehen, sollen sich überlegen, ob sie nicht lieber in der Kreisliga A spielen wollen."

Von der Familie gab es positive Zeichen

Kleinschrodt freute sich über die Anfrage. Ging aber mit Bedacht an die Sache, sagte nicht vorschnell zu. "Ich musste mir erstmal überlegen, ob ich das alles meistern kann", sagt Kleinschrodt, der momentan auch mit dem Hausbau beschäftigt ist. Aber von der Familie gab es positive Zeichen. Also sagte er am Montagabend zu. Wohl wissend, dass er einen Umbruch einleiten muss. Auch das macht die Aufgabe nicht einfacher. Denn erfolgreich will man in Hollenbach trotzdem sein.

"Ein Führungsspieler fehlt extrem. Das habe ich auch angesprochen", sagt Kleinschrodt. Mit Nico Nierichlo, Sebastian Walz und Boris Nzuzi verlor das Team viel (Oberliga-)Erfahrung und auch Führungsqualität. "Aber auch das gehört zu meiner Aufgabe, einen Führungsspieler zu platzieren", sagt Kleinschrodt. "Früher hatten wir mit Martin Schmidt, mir, Sebastian Walz oder Manuel Hofmann eine optimale Mischung." Nun gilt es für ihn, auf dem Feld die richtige Mischung zu finden.

Integration der A-Jugend-Spieler ist ein wichtige Punkt

"Wir wollen so gut es geht Fußball spielen. Das geht nur, wenn man auch Ballbesitz hat", sagt er. "Das wird nicht einfach. Aber wir haben ja sechs Wochen Zeit. Auch wir werden Fehler machen. Aber daraus müssen wir lernen. Mein Co-Trainer Jens Breuninger und ich werden versuchen, das Bestmögliche rauszuholen." Ein wichtiger Punkt auf der Agenda ist die Integration der Spieler aus der eigenen A-Jugend.

Am Dienstag bitten Kleinschrodt und Breuninger die Mannschaft zum Trainingsauftakt. 17 Feldspieler und drei Torhüter plus zwei A-Jugendliche umfasst der Kader momentan. "Eine Stelle hätten wir gerne noch besetzt", sagt Sprügel. "In der Breite haben wir einen richtig guten Kader. In der Spitze können wird Nierichlo, Nzuzi oder Walz aber nicht ersetzen. Aber da müssen wir durch." Und dem Trainerteam muss die Zeit gegeben werden.

Marc Schmerbeck

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