Einwurf #30

Einwurf #30

Über Abstinenz, Jugend forscht und Großonkel Ernst

Geschlagene 479 Tage ist es her, als die letzte Ausgabe unseres Einwurfs erschien. Das sind gute 68 Wochen, 11.496 Stunden, 689.760 Minuten oder mehr als 41.385.600 Sekunden – oder wie man im hohenloischen sagt: „e weng mehr als e Joohr“. Auf der einen Seite schämen wir uns ein wenig für die lange Abstinenz, auf der anderen Seite braucht es für die gewohnte „Einwurf-Qualität“ auch ein wenig Inspiration. Und die fehlte dahingehend einfach. Nun sind wir aber mit der Jubiläumsausgabe zurück und freuen uns über 30 Ausgaben voller billiger Stammtischparolen, unnötigem Phrasengedresche, frechen Seitenhieben und flachen Witzen.

 Im eingangs erwähnten Zeitraum hat sich beim FSV Hollenbach einiges getan. Vor 479 Tagen spielte die erste Mannschaft noch Oberliga unter Coach Marcus Wenninger, der sich inzwischen Ex-Coach nennen muss. Inzwischen gehen der FSV und Wenninger nämlich getrennte Wege, nachdem man in der abgelaufenen Verbandsligasaison wohl unterschiedliche Auffassungen von gutem Fußball hatte. Dennoch teilte Manager Karl-Heinz Sprügel damals mit: „Wir haben Marcus eigentlich nichts vorzuwerfen. Der Trainer ist eben das schwächste Glied." Sicherlich ein überraschender Schritt, nachdem man erst zur Winterpause verlängert hatte – die Mechanismen des Fußballs sind aber wohlbekannt und in der Vergangenheit zu schwelgen bringt auch niemanden weiter.

 Der Blick beim FSV Hollenbach geht nun in die Zukunft und die hat einen Namen: Kleinschrodt. Martin Kleinschrodt. „Mertl“ wie man ihn in Hollenbach auch nennt, leitet als Trainer der ersten Mannschaft seit dem 10.07. die Geschicke unserer Rot-Blauen. Assistiert wird er dabei von Jens Breuninger – ebenfalls kein Unbekannter in Hollenbach. Sowohl Kleinschrodt, der von 2010 bis 2017 in mehr als 200 Pflichtspielen für den FSV auf dem Rasen stand, als auch Breuninger, schnürten beide bereits ihre Fußballschuhe für die Hollenbacher. Sie beide können zwar auf sehr viel Erfahrung als Spieler zurückblicken, als Trainer sind sie allerdings noch relativ neu im Geschäft. Eine Chance, aber natürlich auch ein Risiko für beide und den Verein. "Wir wollen ihn in Ruhe arbeiten lassen, ihm Zeit geben. Dann bin ich überzeugt davon, dass er es schafft, dass wir wieder attraktiven Fußball spielen.“, meint Manager Karl-Heinz Sprügel zur Personalie Martin Kleinschrodt. „Jetzt zu sagen, dass wir aufsteigen müssen, wo wir einige Routiniers verloren und die Mannschaft nochmal verjüngt haben, wäre verrückt", fügt er an.

 Und tatsächlich könnte die kommende Saison unter dem Motto „Jugend forscht“ laufen. Dabei meinen wir jetzt nicht die 21. Ausgabe vom Jugend forscht Regionalwettbewerb Heilbronn-Franken, welche von unserem Hauptsponsor ebm-papst ausgerichtet wird, sondern vielmehr unsere erste Mannschaft. Ein Durchschnittsalter von 22,55 Jahren weißt der diesjährige Kader auf – ein Rekord im Aktivenbereich des FSV Hollenbach. Zählt man die Perspektivspieler aus der U19 dazu, kommt man gar auf einen Wert von 21,2 Jahren. Ein Wert, der nicht nur die gute Jugendarbeit des FSV untermauert, sondern auch Beleg für die Grundausrichtung des Vereins ist auf Akteure aus der eigenen Jugend zu setzen statt teure Neuzugänge aus der Ferne zu verpflichten. Ob es am Ende auch sportlich funktioniert bleibt abzuwarten, die ersten Testspiele gestaltete die Arbeitsgemeinschaft Jugend forscht aber allesamt positiv – man darf also vorsichtig optimistisch in die kommende Saison 18/19 blicken.

Vorsichtig optimistisch sind auch wir.
…dass die deutsche Nationalmannschaft irgendwann wieder attraktiven Fußball spielt…
…dass der angekündigte Jahrhundertsommer vielleicht nicht ganz so extrem wird…
…dass Großonkel Ernst, den man eh nur flüchtig kennt, zum Weihnachtsfest vielleicht nicht wieder bei Glühwein und verbrannter Ente Anekdoten aus der Nachkriegszeit zum Besten gibt, die man schon zig Mal über sich ergehen hat lassen…

Vorsichtig optimistisch aber vor allem, dass der FSV Hollenbach mit seinem eingeschlagenen Weg nachhaltig Erfolg hat und in der kommenden Saison vor allem eins ist: Gemeinsam. Erfolgreich.

 

In diesem Sinne: Pack Mers!

 

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