Karlheinz Weidmannfupa.net

Jugendkonzept

Wofür der FSV Hollenbach im Jugendbereich steht

Unser Vorstand im Interview mit fupa.net

FuPa: Wie ist das Jugendkonzept beim FSV Hollenbach strukturiert, welcher Gedanke liegt diesem zugrunde?

Karlheinz Weidmann: „Der Grundgedanke entstand aus der vor über zehn Jahren gegründeten JAKO-Fußballschule. Damit wollte JAKO der Region etwas zurückgeben, durch den Fußball wurde die Firma ja zu einem der größten Teamsportausstatter in Deutschland. Nach fünf Jahren wurden aus Jungs, die zusammen kickten, Spieler von damals neugegründeten Fördermannschaften beim FSV Hollenbach. Seitdem läuft das sehr erfolgreich, von D- bis A-Junioren. Die Teams konnten sehr schnell überregional mitmischen, was auch unserer grundsätzlichen Leistungserwartung entspricht, ansonsten macht es keinen Sinn. In der Saison 2011/2012 etwa wurde die A-Jugend Zweiter in der Verbandsliga, die C-Junioren wurden Bezirksliga-Meister ohne ein einziges Gegentor (!) mit einem Torverhältnis von 174:0! Anfangs haben sich die Vereine noch dagegen gesträubt, dass wir die besten Jugendspieler geholt haben. Mittlerweile wurde aber erkannt, dass viele Jugendliche zurückkehren und so gut ausgebildet ihrem Heimatverein sportlich weiterhelfen. Das entspricht auch dem Grundgedanken“.

FuPa: Die Akzeptanz der umliegenden Vereine zur Zusammenarbeit ist also vorhanden?

Weidmann: „Durchaus. Wir können ja gar nicht alle Spieler übernehmen. Andererseits bieten wir eine Ausbildung, die sich viele kleinere Vereine gar nicht leisten können. Und Toptalente profitieren ebenfalls. Wir haben inzwischen 15 Jugendspieler an Bundesligamannschaften abgegeben Alles mit Unterstützung unseres aus gut 30 Firmen bestehenden Sponsorenpools mit JAKO an der Spitze“.

FuPa: Wie kann man sich beispielhaft das Niveau der Ausbildung vorstellen?

Weidmann: „Wir haben für jede Jugend-Fördermannschaft zwei sehr gut ausgebildete Trainer. Die lehren natürlich im spielerisch-taktischen Bereich, aber seit diesem Jahr auch unter Einsatz eines speziellen Koordinationstrainings, um den einen oder anderen Akteur  auch bei seiner Beweglichkeit weiterzuentwickeln. Auf die Qualität der Übungsleiter geben wir sehr sorgfältig Acht. Dazu kommt noch unser Spieler-Leitbild. Wir verlangen, dass sich alle danach verhalten. Falls nicht, kann es auch mal zu einer Trennung kommen. Wenn möglich, soll dasselbe Spielsystem wie bei den Seniorenteams gespielt werden, selbst die C-Jugend agierte mit der Viererkette“.

FuPa: Wie beurteilen Sie die Mitarbeit der Eltern, die durch das relativ große Einzugsgebiet z.B. ihre Sprösslinge zu Training und Spielen bringen müssen?

Weidmann: „Ganz klar, es geht nur, wenn auch die Eltern mitziehen. Wenn sie bereit sind, diese Fahrtstrecken auf sich zu nehmen, und zwar drei- bis viermal pro Woche. Ich habe in den letzten fünf Jahren festgestellt, dass sich viele Eltern auch sehr gerne bei uns integrieren und in der Vereinsarbeit mithelfen. Bei den A- und B-Junioren-Spieltagen beispielsweise ist es ganz selbstverständlich, dass die Eltern die Sportheimbewirtung übernehmen. Die organisieren auch sonst ganz viel für uns mit. Andernfalls würde es auch nicht funktionieren“.

FuPa: Noch ein kurzer Blick über den regionalen Tellerrand hinaus. Wie schätzen Sie die Nachwuchssituation allgemein ein?

Weidmann: „Der Bereich Nachwuchsförderung ist so vielschichtig, da gibt es für mich kein Richtig oder Falsch. Jeder Spieler ist individuell zu sehen. Letztendlich wird die taktische Ausbildung den Ausschlag geben. Die einzelnen Förderkonzepte sind sicherlich alle gut. Nicht nur in Deutschland, die Holländer haben es uns jahrelang vorgemacht. Generell werden zunehmend Elemente aus der Seniorenausbildung sukzessive in den Jugendbereich übernommen. Das ist ein Muss, viele Kinder haben Probleme etwa mit Übergewicht. Vielleicht wird die Bewegung in Kindergärten und Schulen zu wenig gefördert. Ich denke aber, wir sind in Deutschland insgesamt auf einem sehr guten Weg“.

 

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